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Sanierung, Erweiterung und NeubauGanztagsgrundschule Herderstraße, Leverkusen

Klassische Architekturleistung

Das Projekt

Inmitten der gewachsenen Wohnstruktur von Leverkusen-Quettingen transformiert sich die Gemeinschaftsgrundschule Herderstraße – hervorgegangen aus der ehemaligen Evangelischen Volkschule Opladen-Quettingen – von einem heterogenen Gebäudeensemble der 50er und 60er Jahre zu einem zukunftsfähigen Bildungscampus. Die Schule wurde ursprünglich im Jahr 1951 als zweigeschossiger, zweiflügliger Bau geplant und errichtet. In den Folgejahren wurde sie mehrfach umgebaut und um weitere Trakte ergänzt. Die Gebäude stammen aus den Baujahren 1951-1964. Der Handlungsbedarf ergibt sich aus stetig steigenden Schülerzahlen und dem Rechtsanspruch auf einen modernen Ganztagsbetrieb, den der Bestand mit seinen funktionalen Defiziten, mangelnder Barrierefreiheit und veralteter Brandschutztechnik nicht mehr leisten kann. Die Antwort auf diese Herausforderung ist eine Symbiose aus behutsamer Sanierung des Altbestands und prägnanten Neubaumaßnahmen, die den Standort städtebaulich neu ordnen und eine durchgängige 3-Zügigkeit ermöglichen.

project data

client
Stadt Leverkusen
location
Leverkusen
building type
Schulgebäude
services
Sanierung, Erweiterung und Neubau
area
Bildung + Forschung
scope of services
LPH 1-9 Objektplanung
completion
period
-
GFA
6.000 m²
NFA
5.155 m²

Das architektonische Herzstück der Neuplanung bildet ein dreigeschossiger Ersatzneubau, der anstelle der bisherigen Verbindungstrakte tritt. Er fungiert als zentrales Gelenk, das die verschiedenen Gebäudeteile logisch miteinander verknüpft und die bisherige Unübersichtlichkeit auflöst. Eine lichte Pausenhalle und verglaste Fassaden verzahnen den Innenraum im Erdgeschoss optisch mit dem Schulhof, während eine großzügige Sitzstufenanlage den Außenraum als Aufenthaltsort aktiviert. Durch zentral positionierte Aufzüge und neue Treppenhäuser wird der gesamte Campus, inklusive der Bestandsbauten, die zuvor durch Höhenversprünge getrennt waren, erstmals barrierefrei und inklusiv erschlossen.

Pädagogisch markiert der Umbau den Abschied von der starren Flurschule hin zu flexiblen Lernlandschaften. Sowohl im sanierten Altbau als auch in den Neubauten werden die Klassenräume zu sogenannten Clustern zusammengefasst. Diese gruppieren sich um „gemeinsame Mitten“ und Differenzierungsräume, wodurch moderne Unterrichtsformen und individuelle Förderung räumlich erst möglich werden. Ein ausgefeiltes Akustikkonzept der Raumkategorie A4 mit wirksamen Decken- und Wandpaneelen sorgt dabei für die notwendige Ruhe. Ergänzt wird das Raumprogramm durch den separaten Neubau der Mensa, der mit 120 Sitzplätzen, einer modernen Aufwärmküche und direktem Bezug zum Außenbereich dem Ganztag ein eigenes Gesicht gibt. Auch die Verwaltung im ältesten Gebäudeteil wird neu organisiert und erhält durch bauliche Anpassungen am Giebel eine klare Adressbildung zur Straße hin.

Technisch und energetisch vollzieht die Schule einen Quantensprung. Während die Gebäudehüllen des Bestands energetisch ertüchtigt werden, setzen die Neubauten auf hohe Effizienzstandards. Die Wärmeversorgung erfolgt nachhaltig über eine leistungsfähige Wärmepumpe in Kombination mit Photovoltaikanlagen auf den Dächern, wobei die Neubauten über Fußbodenheizungen temperiert werden. Zentrale Lüftungsanlagen stellen in allen Bereichen – von den Klassenräumen bis zur Mensaküche – eine hohe Luftqualität sicher. Ein intelligentes Brandschutzkonzept inklusive Brandmeldeanlage erlaubt es zudem, die Flurzonen als offene Lernbereiche zu nutzen, ohne Sicherheitsstandards zu verletzen. Die komplexe Realisierung dieses Bildungscampus erfolgt in vier aufeinander abgestimmten Bauabschnitten bei laufendem Schulbetrieb, beginnend mit dem Mensa-Neubau als Rochadefläche, um den Schulalltag so wenig wie möglich zu beeinträchtigen.

Bestandsgebäude der Grundschule nach Sanierung

Visualisierungen: © Beyss Architekten GmbH, 2026

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